Über den Umgang mit Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch.

Die Chance, dass Sie jemanden kennen, der unter einem unerfüllten Kinderwunsch leidet, ist groß, denn Schätzungen zu Folge ist jedes 5. Paar ungewollt kinderlos. Und doch ist den wenigsten Menschen bewusst, was diese Kinderwunschzeit für die Paare bedeutet und vor allem, wie sie ihnen in dieser Zeit hilfreich zur Seite stehen können.

 
 

Ein schmerzhafter Kampf

 

In der Tat ist die Kinderwunschzeit für diese Paare ein schmerzhafter Kampf. Er ist vergleichbar mit der Trauer um einen geliebten Menschen. Nur, dass dies nicht einmal passiert, sondern jeden Monat wieder neu. Ein ständiges auf und ab der Gefühle voller Hoffnung, dass es „diesmal geklappt“ hat und der ernüchternden und schmerzlichen Erfahrung, wenn dann doch wieder alles Hoffen vergeblich war. Monat für Monat – Jahr für Jahr. Unglaublich zermürbend kann diese Zeit sein.

Wenn sich das Paar einer Fruchtbarkeitsbehandlung unterzieht, wird all dies zunächst noch schlimmer. Es fühlt sich an, als wenn der Arzt die Regie im Schlafzimmer übernommen hat. Die Hormonbehandlungen haben starke Nebenwirkungen auch und gerade auf die Psyche. Und all das und die oft sehr hohen Kosten nehmen diese Paare auf sich, um doch noch ein Kind bekommen zu können. Oft dauert es viele Versuche und Jahre, bis entweder das ersehnte Kind doch kommt oder aber die Paare sich entscheiden, diesen Kampf zu beenden und entweder ohne Kinder leben, oder sich um eine Adoption bemühen.

 

Diese Zeit ist sehr belastend für die Paare und oft wird es ihnen durch die Umgebung auch nicht einfacher gemacht. Viele gut gemeinte Ratschläge machen den Schmerz nur noch größer. Ich möchte hier auf einige Dinge eingehen, die Paare immer wieder hören (müssen).

 

„Entspannt doch einfach mal und mach Urlaub“

 

 

Vermutlich kennt jeder irgendein Paar, bei dem es mit dem Kinderwunsch geklappt hat, als sie in Urlaub waren. Da ist auch ganz viel dran, denn Druck wirkt sich tatsächlich nachteilig auf die Fruchtbarkeit aus. Doch in den Ohren des Paares klingen solche gut gemeinten Ratschläge ganz anders: „Ihr macht etwas falsch“, „Es ist euer Fehler, wenn es nicht klappt“. Wenn man schon über ein Jahr vergeblich auf ein Kind wartet, ist es sehr leicht gesagt: „Nehmt den Stress raus“ aber leider ist das dann kaum noch möglich. Im Gegenteil, so ein Spruch erzeugt nur wieder neuen Stress.

 

 

„Genießt doch all die Vorteile, die Ihr ohne Kinder habt“

 

 

Auf all diese Vorteile, die es unzweifelhaft gibt, würden diese Paare sehr, sehr gerne verzichten. Solche Sätze nehmen all die Not und den Schmerz nicht ernst, den die Paare in dieser Zeit haben.

 

 

„Ist doch nicht so schlimm – es gibt doch viel Schlimmeres“

 

 

Ob etwas schlimm ist oder nicht, liegt immer im Erleben dieses Menschen. Und für Paare im Kinderwunsch ist es schlimm, dass sich dieser Lebenstraum nicht erfüllt. Dieser gut gemeinte Trost tröstet nicht, sondern hinterlässt nur das Gefühl, unverstanden zu sein.

 

 

Was aber ist hilfreich?

 

  • Haben Sie ein offenes Ohr. 
  • Wenn Sie selbst schwanger sind, vermeiden Sie es gegenüber solchen Paaren, über Ihre Schwangerschaftsbeschwerden zu klagen. Haben Sie Verständnis, wenn sich die Freundin mit Ihnen freut, aber sich gleichzeitig zurückzieht. Zu erleben, wie um einen herum die Menschen schwanger werden ist schmerzlich und gleichzeitig freut man sich für die Anderen. 
  • Haben Sie Verständnis, wenn die Paare nicht gerne mit Ihren Kindern zusammen sind. Das ist in dieser Zeit oft sehr schmerzhaft. Es wird auch wieder eine Zeit kommen, wo dies ohne Probleme möglich ist.
  • Unterstützen Sie die Paare in ihrer Entscheidung, gleich ob sie sich für eine künstliche Befruchtung entscheiden oder aber auch die Entscheidung, den Kinderwunsch aufzugeben. Oft ist es ein langer Weg, den die Paare langsam selbst finden müssen. 
  • Und denken Sie daran: wir sprechen hier über das Intimste zwischen zwei Menschen. Da verbietet sich neugieriges Nachfragen. Über die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs sprechen wir ja auch sonst nicht in der Öffentlichkeit. 

Haben Sie auch solche Erfahrungen gemacht? Dann freue ich mich auf Ihren Kommentar auf dem Blog.

 

Herzliche Grüße

aus der Städteregion Aachen

Ihre Naturheilpraxis Nobis

 

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Hildegard Nobis